Ich dachte, es wird langsam mal Zeit, das ich erkläre, warum manche Menschen (wie ich zum Beispiel) so "bekloppt" sind und mehrere Katzen mit im Haushalt leben (mal abgesehen davon das Katzen keine Einzeltiere sind und ohnehin einen Kumpel brauchen).

Jeder der mehrere Katzen besitzt, kennt das bestimmt,

angefangen mit einer, bei jeder weiteren hieß es bereits:

 Du hast nen Knall, reicht denn die eine nicht?
Schaff dir lieber eine Familie (Kinder) an  und fahre in Urlaub
Wie kannst du nur Frühstücken, wenn alle auf dem Tisch dabei sitzen?
5 Katzen, diese Haare, die machen ja die Couch kaputt, die kosten so viel Geld, überall das Streu, die Gardinen sind auch ziemlich durchlöchert. Diese Arbeit, wieso tust du das ganze?

Warum? Weil ein Leben ohne Katzen, nur halb so lebenswert wäre, weil sie viel Spaß bringen, 5 Katzen sind lustig, sie unterhalten, sie zeigen dir, wie sehr sie dich lieben, wie sehr sie sich Wohlfühlen, jedes Mal wenn ich abends abwechselnd alle 5 zum Kuscheln auf dem Schoß habe (gut 4 auf dem Schoß, Xanthi vor meinen Füßen)  ist selbst der schlimmste und stressigste Tag sofort vergessen.

Weil es, rein finanziell, das effektivste Hobby ist für mich, jeder Cent der für die 5 weg geht, ist gut investiert, ich habe mehr davon, als von einem neuen Flachbildfernseher, mehr als von einer Woche Urlaub, ich habe Jahrelang etwas davon. Gesunde und glückliche Katzen, die nicht bestechlich sind, die nur das tun was sie wollen, die aber, mir jeden Tag auf ihre Art und Weise danke sagen. Danke für ihr Zuhause.

Jeden Tag geht mir das Herz auf, egal ob sie in den Gardinen hängen, die Couch Fäden hat, oder ein Kabel angeknabbert ist, ich schaue in die Augen der 5, in diese sanften, manchmal frechen , aber immer liebenswerten Augen und das ist mir die Mühe, die Arbeit und das Geld wert, das und das schnurren auf meinem Schoß, das sie mir Köpfchen geben, ist der Grund warum ich weis, das es richtig ist was ich tue und es meinen 5en gut geht.

Mein Leben ist gut so wie es ist, auch wenn fast niemand in meinem direkten Umfeld verstehen kann, warum ich so viel Geld investiere und warum ich 5 statt nur 1 Katze habe.

Niemand wird verstehen, wie sehr ich meine Katzen brauche, niemand, außer den Menschen, die ebenfalls Katzen haben und die diese ebenso lieben, wie ich meine.
Wer nach diesem Text immer noch den Kopf schüttelt und es nicht nachvollziehen kann, warum ich mit so vielen Katzen (oder überhaupt mit Katzen lebe) , ..... ja dem kann ich, ehrlich gesagt, auch nicht helfen ;-)  Denn ich weis, jeder Katzenliebhaber, der an seine Katzen das eigene Herz verloren hat, wird verstehen was ich hier geschrieben habe. An alle die es nicht verstehen: Ja es ist normal, das manchmal was kaputt geht und ja, es ist auch normal, das die halbe Wohnungseinrichtung  auf die Katzen abgestimmt ist, zumindest bei mir ist es normal.

 

 

Wie ich aber ausgerechnet zu Katzen kam, könnt ihr jetzt lesen.

Warum ausgerechnet Katzen?

Wer mich kennt, weiß das ich immer der Hundefan war. Unter anderem deshalb, weil man Hunde erziehen kann, man kann ihnen Sitz, Platz, bei Fuß beibringen, was bei Katzen schier unmöglich ist.
(nun ja, ein paar Ausnahmen bestätigen mit Sicherheit die Regel )
Als ich mit 20 bei meinen Eltern auszog und mit einer Freundin eine Wohnung gründete, mussten zuallererst mal Tiere her. (Tja, das was Zuhause die Eltern verboten hatten, wurde da ganz schnell nachgeholt)   Also besaßen wir kurze Zeit später einen Chinchilla (Moritz, den hatte ich aber bereits schon) und ein Meerschwein (Maxi). Ein paar Wochen später begleiteten wir eine Freundin in einen Zooladen, da sie sich einen Nymphensittich anschaffen wollte. Wir waren ja nur zum gucken... ja und wer mich kennt der weis sowieso was bei mir, beim "nur mal gucken" passiert *g* Am Ende hatte die Freundin ihren Nymphensittich, meine Mitbewohnerin einen Zwergwidder (Angel, super süß und machte seinem Namen alle Ehre) und ich, aus lauter Mitleid, 2 Husky-Ratten. (Whisky und Baileys)

Wir liebten alle Tiere und ich denke alle samt hatten ein super Leben bei uns und doch fehlte mir etwas. Eigentlich ein Hund, nur wusste ich nicht wie ich dem gerecht werden sollte, wenn ich 8 Stunden auf Arbeit verbrachte, und dann nur eine Mietwohnung hatte. Nun, also ein Hund ging nicht... was war einem Hund am ähnlichsten? Richtig eine Katze (was so zwar nicht stimmt, denn Katzen haben so ziemlich nichts gemeinsam mit einem Hund) und Aufgrund dessen, das ich damals den Roten nicht behalten durfte, wollte ich wieder eine rot getigerte. Meine Mitbewohnerin brauchte ich nicht zu überzeugen, sie war genauso verrückt wie ich wenn es um Tiere ging (stimmt Ines?)

Ich sagte "ich will ne Katze" und sie sagte "Ok, schenk ich dir zum Geburtstag, der ist ja in 2 Wochen" (ja ja Tiere als Geburtstagsgeschenk sind so eine Sache, was man eigentlich nicht tun sollte, ohne es gründlich zu überlegen)

Wir fuhren einen Tag später, mit der ausgeliehenen Transportbox unserer Nachbarin ins nächstgelegene Tierheim. Da angekommen, wimmelte es von Katzen, und sie hatten eine einzigste Rote dabei. Einen rot getigerten Kater, Namens Felix.

 

Er war von den 10 Katzen in diesem Raum, der Erste der bei uns war (logisch, er stand ja direkt hinter der Tür *g*) und der Einzigste der die ganze Zeit bei uns blieb. Also, der oder keiner. Ohne zu wissen, ob er eine Wohnungskatze war, oder Freigänger, da er in einer Reisetasche am Dresdner Hauptbahnhof gefunden wurden war.

Spike war, wie sich am frühen Abend herausstellte eine reine Wohnungskatze, zumindest kannte er ein Katzenklo und benutzte dies auch. (Niemand hat eine Ahnung wie oft wir der Katze hinterher gerannt sind, nur um zu gucken ob er nicht irgendwo mal hinpinkelte). Spike hatte sich keine Sekunde verkrochen und er widersprach allem, was ich vorher von Katzen gehört hatte. Sie wären Kratzbürstig, Eigenwillig und machen nie das was sie sollen. (Na ja zum Teil stimmt das eigentlich)

Das Einzigste was uns verwunderte war seine Faulheit. Meine Mitbewohnerin konnte ihn ärgern wie sie wollte, es interessierte ihn nicht, nicht mal die Ratten weckten sein Interesse. Am Schluss warfen meine Mitbewohnerin und ich uns die Spielzeugmaus zu und Spike lag dazwischen und schlief (keiner hat auch nur irgendeine Ahnung davon, wie wir uns gewundert haben und was wir alles versucht haben um ihn zum spielen zu bewegen). Nach 3 Wochen kam mir zum ersten Mal der Gedanke das er vielleicht nicht 5 Jahre alt ist, sondern älter.

Dies bestätigte ein Jahr später meine Tierärztin, sie hatte ihn ein Jahr vorher schon mal gesehen und sagte dann, das er, auf Grund von Altersflecken in den Augen, um mindesten 10 Jahre gealtert wäre. Was ja bisschen unmöglich erschien in knapp einem Jahr.

Nun wussten wir warum er so faul war, aber für mich war er der perfekte Kater. Er ging nicht an Möbel, nicht an Pflanzen oder machte irgendetwas kaputt. In den 5,5 Jahren die ich mit ihm verbringen durfte, hatte ich nicht einen einzigsten Kratzer. Ich habe diesen Kater nie fauchen hören oder in irgendeiner Weise kratzen sehen (es sei denn am Kratzbaum). Ich hatte zwar null Ahnung von Katzen, aber ich habe mit ihm gelernt, gelernt wie sich Katzen verhalten, wenn sie Hunger haben, oder einfach ihre Ruhe haben wollen. Und ganz besonders ich habe ziemlich schnell gelernt das Katzen ihr Verhalten verändern wenn ihnen etwas fehlt. Und auf Grund seines Hohen Alters, hatte er sämtliche Krankheiten mitgenommen, Pilzinfektion (die habe ich kostenlos vom Tierheim mitbekommen), Milbenbefall, Schilddrüsenüberfunktion, 2 vereiterte Zähne, einen gutartigen Tumor an der Zehe, sodass Kralle samt Zehe amputiert wurde und zum Schluss die Niereninsuffizienz, die sein restliches Leben mit bestimmten Futter in der Waage gehalten wurde.

Meine Eltern hatten so ihre Probleme nachzuvollziehen warum man soviel Geld für eine Katze ausgeben konnte, zumal sein Alter schon mehr als hoch war. Galt die normale Lebenserwartung einer Katze, für meine Eltern, doch um die 12-14 Jahre. Nur sind dies die Lebenserwartungen eines Hundes (ja nach Rasse) eine Katze kann die 20 Jahre durchaus erreichen, oder gar überschreiten. Spike erreichte am Ende ein geschätztes Alter von 19 Jahren,  ich habe viele Tiere gehabt, aber nie fiel es mir so schwer eines gehen zu lassen.

Ich wollte danach eigentlich keine Katze mehr, da mir klar war, es gibt keinen 2. Spike. Womit ich nicht gerechnet hatte, ist das Spike sich nicht allein in mein Herz geschlichen hatte, sondern er mein Herz für Katzen geöffnet hatte. Ich konnte die Ruhe kaum ertragen in der Wohnung, sodass ich das Angebot einer Freundin annahm und ihre Katze, Lizzy bei mir einzog.

 


Lizzy war eine Britisch Kurzhaar Katze, reinrassig, leider nur zu ...nun ja... Fett. Sie lebte 1,5 Jahre bei mir und erreichte nur ein Alter von 13,5 Jahren, auf Grund des Übergewichts, hatte sie bereits Diabetes und Arthritis. Ich habe, mit Hilfe meiner Tierärztin, sie um knapp 3 kg reduziert, so dass sie einen, hoffentlich, schönen Lebensabend bei mir verbrachte.

Lizzy lebte ein Jahr bei mir als mir Sammy in den Arm gedrückt wurde, sie entschied ob er bleiben durfte oder nicht. Obwohl Lizzy 13 Jahre bis dahin als Einzelkatze verbrachte, akzeptierte sie Sammy sofort. Über Sammy gibt's mehr zu lesen unter seiner Rubrik :-)

Das war meine eigene Geschichte, wie ich zu Katzen kam und warum ich heute noch Katzen habe, mit großer Wahrscheinlichkeit werde ich immer Katzen haben. Sie sind liebenswürdig, tun tatsächlich nur das was sie wollen, man kann sie nicht bestechen oder erziehen, aber gerade das ist es, was mich so an Katzen beeindruckt! Wir müssen uns ihr Vertrauen verdienen, hat man es gewonnen, so hat mein einen Freund fürs Leben gefunden. Doch letzt endlich sind Katzen die freiesten Tiere die es gibt, sie werden sich nie unterwerfen, sie können sich anpassen, aber leben nur so wie sie es möchten. Jeder Katzenbesitzer weis, das wir Menschen nur die Untergebenen Dosenöffner sind, die mit den Katzen leben und nicht umgekehrt

Wer es geschafft hat bis hierher zu lesen (jaja ich kann mich nie kurz fassen, deshalb auch dieser Roman) dem wünsche ich viel Spaß auf der HP :-))))